
Zum 10-Jährigen stellen wir in dieser Ausgabe ein Produkt vor, das am selben Tag Geburtstag hat wie h plus p – den Euro. Er ist zwar nicht ganz so beliebt, aber doch ein Klassiker. Oder hätten Sie gedacht, dass Ihnen erst seit so kurzer Zeit die neuen Scheine aus der Tasche gezogen werden? Außer von uns natürlich! Hier eine kurze Geschichte unseres Geldes:
1997 wurde das Euro-Zeichen von der Europäischen Kommission als eines der wenigen Währungssymbole überhaupt eingeführt. Anfang 1996 wurde ein Logo für Informationskampagnen gesucht. Im Zuge des Wettbewerbs entstand die Idee, dieses Logo auch als Währungssymbol einzuführen. Es basiert auf einem Entwurf des ehemaligen Chefgrafikers der Europäischen Gemeinschaft (EG), Arthur Eisenmenger. Es erinnert an den griechischen Buchstaben Epsilon (ε) und damit an das antike Europa. Die zwei geraden Striche stehen für die Stabilität des Euros und des europäischen Wirtschaftsraums.

Die Eurobanknoten wurden nach einem EU-weiten Wettbewerb vom Österreicher Robert Kalina gestaltet. Die Scheine zeigen verschiedene Zeitalter und Baustile in Europa. Auf den Vorderseiten finden sich jeweils Fenster, auf den Rückseiten Brücken. Dabei sind keine realen Bauwerke abgebildet.
Am 1. Januar 2002 wurde der Euro erstmals als Bargeld eingeführt. Er ist die fünfte Deutsche Währung nach der Goldmark, der Rentenmark (später Reichsmark), der DM und der Mark der DDR. 2002 wurde er in der Version “Teuro” prompt zum “Wort des Jahres” gewählt. Der Begriff war jedoch verunglimpfend, weil der Euro statistisch keineswegs zu einer Geldentwertung geführt hat. Dieser Effekt war rein subjektiv. Objektive Zahlenwerke wiesen nach, dass die Inflation nach der Euroeinführung in Deutschland sogar zurückging! Nur Lebensmittel und ähnliche Güter des täglichen Bedarfs wurden teurer und verfälschten so den Eindruck. Es war also nur ein großes Missverständnis. Heute könnte man fast darüber lachen, oder? Ha … Ha …
Ebenfalls 2002 erhielt der Euro auch den begehrten Internationalen Karlspreis zu Aachen, da er “wie kein anderer Integrationsschritt zuvor die Identifikation mit Europa befördert und damit einen entscheidenden, epochemachenden Beitrag zum Zusammenwachsen der Völkerfamilie leistet”.
Bis 2005 vermisste die Bundesbank immer noch DM-Noten im Wert von 3,94 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich vermutlich jedoch größtenteils um verloren gegangenes oder zerstörtes Geld. Wir vermissen übrigens noch Geldnoten im Wert von 25 Mio. Euro. Nur falls jemand darüber gestolpert sein sollte …

2006 wurde der Euro zur führenden internationalen Bargeldwährung. Damals gab es Eurobanknoten im Wert von 592 Milliarden Euro und damit mehr als die 579 Milliarden US-Dollar-Banknoten im Umlauf.
Ende 2007 ergab eine Studie der Dresdner Bank im Auftrag der Forschungsgruppe Wahlen ein Absinken der Euroakzeptanz der Deutschen auf 36 % gegenüber 43 % im Jahr 2004. Aktuelle Zahlen gibt es hierzu lieber nicht.
Im ersten Halbjahr 2010 wurden europaweit rund 387.000 falsche Eurobanknoten (im Vergleich zu 13,2 Milliarden echten) aus dem Verkehr gezogen.
Heute … sprechen wir aus Respekt vor dem Geburtstagskind nicht über seine gegenwärtige Situation. Das wäre nicht nett.